05August
2019

Wieder Zuhause

Aber ein Eintrag kommt noch ;-)

Wir starten mit dunklen Regenwolken und einigen Regentropfen in den letzten Tag. Mist, wir hatten so gehofft, dass wir das Zelt trocken einpacken können. Gas geben war angesagt und der Eifer wurde belohnt. Es wurde zwar kein Morgen mit blauem Himmel und Sonnenschein, aber wir haben es geschafft, der Bus ist voll, das Zelt ist trocken und sauber und kann zuhause sofort in die Garage gelegt werden.

Meine Schwimmrunde war heute eher Kampf statt Spaß. Durch den Wind tobten diesmal schon zur frühen Stunde die Wellen und ich bin gefühlt nicht vom Fleck gekommen. Egal, Hauptsache noch ein bisschen bewegen, bevor das große Abhängen anfing.

"Rico, wohin gehst Du?" "Zu den Mädels, ich muss gucken, ob die schon wach sind!" 
Waren sie und sie haben sich sichtlich gefreut, dass Rico und Sandro vorbeikamen. Sehr süß!

Zum Frühstück kam tatsächlich die Sonne raus. Wir haben aber auch ein Glück mit dem Wetter. Großarig! Auschecken und erstmal nur 10 Minuten lang fahren. Vor den Toren des Campingplatz liegt nämlich ein sehr netter kleiner Park "Hembygdsparken". 

Streichelzoo, riesen Spielplatz, kleiner, sehr liebevoll angelegter Spielewald und das alles umsonst. Nachdem wir alles gemeinsam erkundet haben, habe ich mir mit meinem Kindle und einer Fresstüte eine Bank in der Sonne gesucht und mich auf langes Warten eingestellt. Michi hat die Zeit für ein kleines Nickerchen genutzt. Kennt man von ihm gar nicht ;-)

Nach drei Stunden hatten selbst die kleinen Herren keine Lust mehr und wollten weiter. Mmm, erst 14:30 Uhr. An der Fähre müssen wir um 20:00 Uhr sein. Das wird ein langer Nachmittag. Wir hatten uns das Örtchen Höganäs für einen weiteren Stopp ausgeguckt. Der Beschreibung nach ein nettes Fischerörtchen. Nun, da haben wir wohl nicht die richtigen Plätze gefunden, denn der volle Strand und direkt am Hafen war nicht sehr idyllisch. 

Wenigstens die Salullhallen haben wir gefunden. Dort gab es kleine aber feine Shops, in denen man ein bisschen stöbern konnte. Ich hatte gehofft, ein Mitbringsel als Andenken für uns zu finden, war aber leider erfolglos.

Gut, erstmal was essen. Im ersten Bistro war die Küche zu, im Burgerladen hätten wir um 20 Uhr einen Tisch haben können, im zweiten Bistro lies man uns noch einen Blick auf die Leckereien werfen, bevor die Info kam, dass sie leider genau jetzt schließen. Mitterweile waren wir aber soviel gelatscht und hatten genügend Zeit verbracht, um es wieder im ersten Laden zu versuchen. Und siehe da, es gab tatsächlich was. Meine Wahl war leider völlig daneben und so konnte ich nur neidisch auf Michis und alle anderen Teller gucken und musste mir von Sandro anhören, dass mein Essen wirklich nicht so toll aussieht.

Aber für eins war es gut, wir haben die Zeit rumgekriegt und konnten los zum Hafen. 
Diesmal ohne lange Warterei und Getränkedosen kaufen. 

Überfahrt war ruhig, die letzten KM über die Autobahn auch.
Urlaub vorbei -  schade!

Es war eine tolle Zeit, wir haben ca. 3200 KM zurückgelegt, so wieder ein neues Land kennengelernt und erinnern uns sicher noch lange an unsere Schwedenabenteuer!
Mal schauen, was uns als nächstes Ziel einfällt. Vermutlich werden wir berichten!

 

04August
2019

Tümmlersafari

Der letzte Tag fing natürlich wieder mit einem herrlichen Bad in der morgendlich spiegelglatten See an. Meine Liebe zu den Bergen kriegt ernstzunehmende Konkurrenz. Mittlerweile kann ich dem Meer, dem Wellenrauschen und Stränden tatsächlich einiges abgewinnen.

Auf dem Weg zum Schwimmen hab ich noch schnell ein Foto von den Blumentopfkunstwerken gemacht. Die lachen einem wirklich von ganz vielen festen Wohnwagenplätzen entgegen. Wir haben aber keins gekauft ;-)

Das bunte Treiben um uns herum war heute sehr vom Zusammenpacken und Abfahren geprägt. In Schweden sind die Ferien zu Ende, der Platz ist merklich leerer und man hört deutlich mehr deutsch als schwedisch. Da merkt man schnell, dass es manchmal gar nicht schlecht ist, wenn man nicht alles versteht...

Wie gestalten wir den letzten Tag, damit alle was davon haben und glücklich sind? Wandern wurde direkt zu Beginn der Planung ausgeschlossen, nur am Strand abhängen war aber auch nicht das Wahre. Also mal wieder Reiseführer wälzen. Tümmlersafari? Hört sich interessant an. Wer hätte das gedacht, in Skane, unterhalb der Steilhänge des Kullabergs kann man tatsächlich Wale beobachten. Es handelt sich um Schweinswale oder auch Tümmler. Sie sind von der Größe ungefähr so wie Delphine, haben nur nicht so eine lange Nase/Schnauze. Außerdem sind sie dunkler und springen auch nicht so hoch.

Das ist doch ein schöner Urlaubsabschluss!
Und auf diese Weise sehen wir den Leuchttrum von gestern doch noch aus der Nähe, denn die Tour geht von dort aus los.

Dieses Model eines Leuchtturms ist nicht das Aktuelle ;-)

Das was wir gestern von Weitem gesehen haben, wurde heute bestätigt. Touri-Treffpunkt hoch 3! Riesen Parkplatz, von dort wenige Meter bis zur Aussichtsplattform. Aber heute mussten wir da durch. Ein Glück nur die paar Meter bis runter zum RIB-Boot. Um die richtige Größe der Schwimmweste zu erhalten, muss man sein Gewicht angeben. Na toll, da war es wieder, das unliebsame Thema :-)

Hier geht es eigentlich um das Boot ...

Im Boot war Platz für 12 Personen, man saß auf leicht federnden Sitzen wie auf einem Pferd, bekam noch schnell ein paar Handzeichen erklärt und dann gings los. Voll Speed voraus! 

Es haben sich tatächlich ein paar Wale gezeigt.Allerdings immer nur Sekundenbruchteile und man musste wirklich schwer aufpassen, um sie nicht zu verpassen. Ein Glück hat irgendwann auch Rico eine der Flossen gesichtet, denn sonst wäre die Stimmung den Bach runtergegangen.

Sehr niedlich war eine kleine Robbe, die neugierig um unser Boot herumschwamm und uns eine Weile beobachtet hat. Noch ein kurzer Abstecher zum Kunstwerk Nimis. Dahinter verbirgt sich eine riesige Konstruktion aus Strandgut, Treibholz und über 160000 Nägeln, errichtet von dem Künstler Lars Vilks. Direkt daneben ein 2. Werk "Arx", erbaut aus Steinen. 

Schade, dass wir hier nicht an Land gehen konnten, denn auf Nimis darf man sogar rumklettern. Wann darf man das schonmal auf Kunstwerken?!

Auf der Fahrt zurück zum Anleger hat sich unser Kapitän ausgetobt, mit Vollgas über die teilweise recht hohen Wellen. Jetzt wissen wir auch, warum die Sitze gefedert sind. Rico war es irgendwann to much und bei einer kleinen Verschnaufpause kam er mit auf meinen "Sattel". Sandro kam aus dem Juchzen nicht mehr raus. Ihm wäre es auch egal gewesen, wenn wir keine Wale gesehen hätten. Hauptsache Gas geben.

Ein letztes Mal ein paar Lebensmittel einkaufen, dann zurück zum Campingplatz und ab an den Strand. Rein in die Wellen. Heute sogar alle 4! Großer Spaß!!!

03August
2019

Klein Coffee Bay

An den letzten Tage muss ich die Möglichkeit der morgendlichen Sporteinheit im Meer noch nutzen. Hier ist es ein riesen Vergnügen. Spiegelglatte Wasseroberfläche, angenehme Temperatur, keine Quallen. Man steigt rein, schwimmt ewig in eine Richtung, ohne irgendeine Begrenzung. Traumhaft! 
Wir müssen die Idee des Schwimmteichs im Garten doch irgendwann umsetzten!

Da wir morgens immer schon recht früh den ersten Kaffee trinken, die Ruhe genießen und nicht, wie erstaunlich viele, in irgendeinem verschlossenen Vorzelt hocken, können wir Campingplatzstudien betreiben. Immer wieder aufs Neue lustig. Die langen Schlangen an den Duschen (noch besser, nachmittags ab 17 Uhr...), die Damen und Herren, die mit ihren Bademänteln über den Platz flanieren, die Dame, die eigens für ihre Blumentopfmännchen einen Pavillon aufgebaut hat und deren Nachbarn auch schon alle mit den Kunstwerken ausgestattet sind, die ganzen Kids, die sich ums Toilettenhäuschen tummeln, weil dort der beste WLAN Empfang ist...

Unser Motto lautet heute "Von Mölle hoch auf den Kullaberg".
"Uli, wir waren diesen Urlaub ja nur 3x wandern. Stimmt tatsächlich, dafür wurden die Fahrräder aber öfter bewegt. "Mölle ist ein niedliches, kleines Kurstädtchen auf der Kullen-Halbinsel, nördlich von Helsingborg gelegen.

70 Meter steil ins Meer fallende Klippen, zerklüftete Felsen, viele Buchten, schöne Aussichten. Ein Wanderweg quer durch das Naturreservat Kullaberg, der auch den Jungs Spaß macht.

Ok, am Anfang nicht so, es hat ein Weilchen gedauert, bis auch die kleinen Herren im Tritt sind, aber dann waren sie, zumindest zeitweise, nicht mehr zu halten. Klettern, Spinnen suchen und den schönsten Kuhfladen prämieren... 

Natürlich müssen dafür genaue und kritische Studien betrieben werden.


Diese liebreizenten Tierchen sind uns ein Glück nicht begegnet, auch wenn wir wirklich jede kleine Minihöhle auf dem Boden untersucht haben.

Und wer Nils Holgersson kennt, der weiß auch, dass Nils bei seiner Reise zu den Wildgänsen auf dem Kullaberg das Treffen aller Tiere miterlebt hat. Wir haben in und seine Gänsefreunde heute leider nicht getroffen.

Das eigentliche Ziel, den Leuchtturm Kullen haben wir uns allerdings nur aus der Ferne angeschaut. Man sah schon von Weitem ein irres Menschengewusel, da haben wir uns lieber 1 KM davon entfernt einen einsamen Felsen gesucht und unsere Brotzeit ausgepackt. 

Angepiekst von der Aussicht auf leckeren Kuchen, wollte ich auf dem Rückweg unedingt zum Cafe Flickorna Lundgren. Die Beschreibung hörte sich toll an: Fischerörtchen, Reetdach auf dem Rosen wachsen, selbstgebackener Kuchen... Zugegeben, die Lage, der tolle Garten und auch das Kuchenangebot sahen toll aus.Dummerweise hatten außer uns gefühlt 1000 andere die Idee einen Abstecher dorthinzumachen. Das, sicher irgendwann einmal vorhandene, gemütliche Ambiente war dem Trubel gewichen und so war schnell klar, dass es doch wieder ein Kaffee auf dem Campingplatz und die restlichen Kekse vom Picknick werden.

Rico ist auf der Rückfahrt in seinen üblichen Tiefschlaf gefallen und während er auf dem Campingplatz weiter schlief, die beiden anderen am Strand waren, habe ich schonmal gekocht. So langsam neigt sich das Gas dem Ende, der Wind hat die Flamme zusätzlich geschwächt, so dass das Kochen kein Vergnügn war. Erstaunlich, was man aus völlig matschigen Nudeln dann doch noch zaubern kann. Ein Hoch auf ein gutes Gewürzsortiment.

Nachdem der Langschläfer halbwach war, habe ich ihn mir Huckepack geladen und bin auch zum Strand runter. Die meisten anderen Badgäste haben gerade zusammengepackt und wir konnten mehr oder weniger alleine im Wasser und in den Dünen toben. Große Freude, Sandro hat für sich auch das Spiel in den Wellen enteckt. Da kam ein bisschen Coffee Bay-Feeling hoch, auch wenn die Wellen keinem Vergleich standhalten konnten. Aber zum Üben wars genau richtig und es war schön, das Strahlen in Sandros Gesicht zu sehen. 

Bilder folgen morgen, heute habe ich nicht damit gerechnet, dass mehr als der dicke Zeh ins Wasser gesteckt wird und hatte ausnahmsweise mal keine Kamera dabei ;-).

Der fahrradhelmzerstörende Pummel hat sich übrigens ein Glück nicht mehr blicken lassen. 

 

 

 

02August
2019

Ganz viel Strand

5:50 Uhr - Aufstehen! Ich wollte endlich mal wieder Laufen. Dank der gestrigen Radtour kannte ich ja schon eine gute Strecke und ich hatte richtig Lust die Turnschuhe zu schnüren. Trotz der frühen Stunde war ich nicht alleine unterwegs, selbst am FKK Strand war schon was los.

Ein Abstecher Richtung Leuchtturm, den wir gestern mit den Rädern nicht gemacht haben, hat mich auf einen noch viel schöneren Weg gebracht, so dass ich die komplette Runde einen herrlichen Blick aufs Wasser, lilablühende Erika und eine Steinmännchenlandschaft hatte. Hier waren richtig kreative Künstler am Werk.

Michi hat während meiner Sporteinheit den Reiseführer gewälzt und einen genialen Zwischenstopp für den heutigen Tag gefunden. Dieser lag an der insgesamt 370 KM langen Radstecke Kattegattleden, die fast durchgehend am Meer entlang führt. Wir sind allerdings mit dem Auto hingefahren.

An der Scheibe des Busses entdeckten wir bei Abfahrt diesen netten Zettel. 

Dummerweise auch schon eine Knolle. 700 Kronen fürs Parken in verkehrter Richtung. Das ist happig :-(

Zwischen Halmstad und Steninge findet man Schwedens höchste Sanddüne "Stora Strandkullen", 36 m über dem Meeresspiegel. Der Weg dorthin führt durch einen "Trollwald" der zum Naturreservat Haverdaks gehört. Den Namen hat er wahrscheinlich den urig gewachsenen Bergfichten und den blau-grünen Flechten zu verdanken, die dem Ganzen etwas Märchenhaftes verleihen. Wir haben eine kleine Trollhütte entdeckt, den Pickplatz der niedlichen Wesen und ich meine, ein kleiner Wicht mit grünem Hut und Knollennase ist uns die ganze Zeit gefolgt und hat aufgepasst, dass wir nichts verkehrt machen. ;-) Die Jungs waren auf jeden Fall voll in ihrem Element und mutierten zu kleinen Trolljägern.

Hat man die Dünen erreicht, ist man in einer ganz anderen Welt. Das blau-grüne Wasser schimmert einem entgegen, der KM lange Sandstrand ist angenehm leer, das Springen in den Dünen ein riesen Spaß.

Dummerweise hatten wir die Schwimmsachen im Bus gelassen, aber Plantschen, Buddeln, Wasserwaten hat auch was.

 

Ein Ort, an dem man ewig bleiben möchte. Ging aber nicht, denn wir hatten noch ein Stückchen vor uns bis zur nächsten Station.

"Ricardos World of Glass" Hallo?

Hier hatten wir ja wohl eine doppelte Verpflichtung vorbeizufahren. Glass = Eis und dann auch noch mit diesem Namen. Nichts wie hin! Erwartet hat uns eine traumhafte Eistheke und wir haben uns den Bauch so richtig vollgehauen. Köstlich!

Direkt nebendran war ein unscheinbares Büdchen in dem ein total nettes deutsches Mädel Brot verkauft hat. Wir brauchten eh welches und haben uns mit leckeren Sauerteigbrötchen, Roggenbrot und Zimtschnecken eingedeckt.

Nach einer kleinen Irrfahrt ("Scheiß Navi, wo führt uns das denn hin!? Oh, ich glaube, ich habe die falsche Adresse eingegeben") sind wir an unserer letzten Station angekommen. Ängelholm. Schnell noch ein paar Lebensmittel einkaufen und dann zum Campingplatz,der direkt am Strand liegt und wieder recht groß ist. Dank vieler Bäume wirkt er aber trotzdem gemütlich.

Der erste Handgriff an jeder neuen Stadtion: Kaffee kochen!

Sandro kam schon nach ein paar Minuten mit dem Rad eines anderen Jungen angefahren, dieser auf Sandros Rad hinterher. Kleines Pummelchen, der mal eben direkt bei uns mitgegessen hat. Mmm, es gibt ja Kinder, die mag man und es gibt welche, die mag man nicht. Als ich ihm sagte, er solle die Spielsachen der Jungs doch bitte an unserem Platz lassen und auch nicht alleine mit Sandros Rad wegfahren, ist der junge Mann ausgeflippt. Hat seinen Fahrradhelm durch die Gegend getreten, bis er kaputt war und dann geheult, weil er jetzt nicht mehr Radfahren könne. Puh - sowas braucht niemand. 

 

 

 

 

 

01August
2019

Die Sonne ist wieder da

Ist doch klar, heute ist schließlich Michis Geburtstag!

Nachdem es gestern mal wieder halb elf war, bis die Jungs geschlafen haben, hat es heute Morgen etwas gedauert, bis wir in die Pötte kamen. Aber dann hat die Kraft der Sonne gesiegt und uns rausgelockt! Das laute Geschrei der Möwen ließ schon vermuten, dass wir nicht weit vom Wasser weg wohnen, dass es aber tatsächlich nur die Straße runter ist, bis zum Hafen, hätten wir nicht gedacht.

Eine unmotivierte Runde zu Fuß ("Wir wollen nicht schon wieder laufen"), wurde schnell abgebrochen. Dafür kamen die Räder mal wieder zum Einsatz. Ein herrlicher Fahrradweg, entlang der Küste, vorbei an einigen Sandstränden, Leuchttürmen und dem, im Reiseführer beschriebenen Surfergebiet, bis zu dem Naturschutzgebiet "Gamla Köpstad", das man durchforsten konnte. 

Besonderheit sind die vielen verschiedenen Vogelarten. Im Frühjahr und im Herbst machen die Zugvogelschwärme hier gerne eine Rast. Neben den Vögeln zeichnet sich das Gebiet durch zahlreiche unterschiedliche Pflanzen aus. 

  

Gestern haben wir Seehunde beobachtet, heute waren es Seekühe. Die Herde lebt im Kuhparadies. Im eigenen Naturschutzpark, mit der Möglichkeit zu kneipen, zu grasen und in den Tag hineinzuleben. Das Leben könnte schlechter sein!

 

Nach einer kleinen Rast am Zipfel des Küstenstreifens, mussten wir den unwegsamen Umweg zur Schatztruhe auf uns nehmen, die die Jungs in weiter Ferne entdeckt haben. Unter größtem Einsatz (Sturz vom Felsbrocken, Schürfwunden, blutenden  Wunden, wegen Kontakt zu Dornen, ein paar Tränen und viel Geduld beim Trösten), haben wir das gute Stück erreicht. Aber anstatt einer Truhe voll Gold hat uns ein verrosteter Kühlschrank, vollgestopft mit Müll erwartet.

Es ist so super, dass man mittlerweile wirklich nette Radtouren mit den Jungs machen kann. Sie werden immer wagemutiger und zum nächsten Geburtstag wollen sie auf jeden Fall ein "Montänbike". Schauen wir mal, was sich da machen lässt.

Als einTief kam, konnten wir sie mit er Aussicht auf einen Spielplatzbesuch locken. Direkt am Hafen ist ein sehr schöner und die beiden konnten sich zwei Stunden austoben. Wir haben es uns mit Kaffee & Kindle in der Sonne gemütlich gemacht.

Später gabs bei Hell´s Burger einen Geburtstagsburger, danach das tägliche Eis, einen Zwischenstopp an einer Hüpfburg und viele "Den nehm ich", "Nein, den nehm ich", denn es scheint überall in Schweden in zu sein, seinen Oldtimer abends auszuführen. Auch hier sind uns bestimmt wieder 20 von den Kisten begegnet.

21:30 Uhr und die Herren schlafen. Alle drei! Herrlich, endlich Ruhe :-)

Morgen früh gehts dann schon wieder weiter. Erstaunlicherweise schon zu unserer letzten Station. Wenn die Wettervohrhersage hält was sie verspricht, schlagen wir unser Zelt nochmal auf. Freu!

 

 

31Juli
2019

Regen, Seehunde und Abschied nehmen

Heute Morgen wurden wir von Regentropfen geweckt, dazu der stürmische Wind von gestern - ein Tag zum "Wiederumdrehen und Weiterschlafen"... Oder zum Aufstehen, Sport machen, lecker Frühstücken und die Ruhe genießen, solange die Jungs noch im Tiefschlaf liegen.
Der erste Kaffee ist schnell durch die Bodrumkanne gepumpt. 

Leider ging es ja heute weiter, besonders schade für Rico und Carl. Die beiden klebten zusammen wie die Kletten. Beim Verabschieden lief Rico plötzlich zu Carl, sprach wild auf ihn ein und überreichte ihm dann irgendetwas, dass man aus der Ferne nicht erkennen konnte. Als ich ihn später fragte, was das war, erzählte er mir, dass er einen Strohhalm in zwei gleichgroße Teile zerbrochen hat, die die beiden immer aneinander erinnern sollen. Aber bevor es zu dieser süßen Szene kam, hatten wir noch ein nettes gemeinsames Programm vor uns.

Während Hanna mit allen vier Kids zum Spielplatz losgedackelt ist, haben wir das Auto gepackt und eine Abschiedsrunde über die Felsen gedreht.

Direkt an der Unterkunft war ein Aquarium mit Fischen, Seesternen, Seeigeln,... aus schwedischen Gewässern. Schlechtwettertipp. Wir haben uns allerdings nur dafür entschieden, weil man im Kombipaket eine Robbensafari buchen konnte. Die zweistündige Fahrt auf rauher See war in erster Linie kalt und für meinen Magen nicht die tollste Idee, aber ein paar Robben haben sich tatsächlich blicken lassen.

Rico gab auch gleich unsere Seerobbenstory aus Afrika zum Besten. Toll, wie sich die beiden immer noch an vieles, was wir dort erlebt haben erinnern.

Vom Schiff runter und rein ins Auto. Nicht ohne vorher die Adressen ausgetauscht zu haben. Wer weiß, vielleicht trifft man sich ja wirklich wieder.

Kennt Ihr das Spiel "Da vorne fährt ein Porsche (alternativ Traktor, Bus, LKW, Pferdeanhänger...), den nehme ich!" "Nein, den nehme ich!" "Ich habe es zuerst gesagt!" "Nein ich!" "Ich habe es aber ganz leise schon vor einer Minute gesagt" (Ähm, da war das Gefährt weit und breit noch nicht zu sehen) Und so schaukelt sich das hoch, oft bis zu einem handfesten Streit. Zum verrückt werden, aber den beiden ist auch nicht klar zu machen, dass es totaler Schwachsinn ist, sich über diesen fiktiven Besitztum zu zanken. Also, auf in die nächste Runde!

Wie gut, dass wir uns für "Varbergs Vandrarhem" entschieden haben, denn Dank Stau waren wir erst gegen 20 Uhr im verregneten Varberg. Da war es schon sehr konfortabel, einfach nur die Taschen ins Zimmer schleppen zu können und nicht noch ein Zelt aufbauen zu müssen. Die Unterkunft ist nett, aber es war gut, dass ich die Taschen umgepackt habe und wir jetzt nur noch aus dreien leben. Für die vierte hätten wir im Zimmer keinen Platz mehr. Dafür gibt es eine gemütliche, riesengroße Wohnküche, ein kuscheliges Wohnzimmer und für schönes Wetter einen großen Garten. Und trotz Zugschienen direkt vorm Fenster, haben wir alle vier tief und fest geschlafen.

Varberg ist ein Ort mit Kurbad-Tradition, hier trifft alt auf neu, Hafenwirtschaft auf Natur pur. Nah am Wasser gelegen ist es in Suferkreisen scheinbar für gute Wellen bekannt. Wir werden es morgen erkunden. 

 

 

30Juli
2019

Expedition Granit

Gut, dass wir das tolle Wetter gestern bis zur letzten Minute ausgekostet haben, denn heute war ziemlich frisch und richtig stürmisch. Die kleinen Herren hatten aber gestern schon abgemacht, dass sie heute im ehemaligen Steinbruch Granit schlagen wollen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, aus dem Carl beschlossen hat, die Jungs nicht ausschlafen zu lassen. Der Weckruf war nicht sehr liebevoll und innerhalb von wenigen Sekunden ging die Post ab.

Mangels brauchbaren Werkzeugs, wurde das Vorhaben "Granit" zwar schnell abgebrochen, aber die Felsen sind ein gigantischer Spielplatz und wir haben den kompletten Vormittag dort verbracht.

Dem Sturm getrotzt,

antike Gerippe geborgen 

und geklettert bis zum Umfallen.

Zwischendurch hatte ich schon manchmal Angst, dass die Fliegengewichte über die Felskante ins Meer geweht werden.

Das ehemalige Leuchtturmhaus Fyrhuset ist das besondere Markenzeichen der Gegend. Erbaut im Jahr 1890, oft fotografiert und sogar ein Ort, an dem man sich trauen lassen kann. Bei meiner gestrigen Fototour war dort auch tatsächlich ein Brautpaar.

Auf dem Weg zur Unterkunft kommt man an einem netten Trimm-Dich-Pfad vorbei. Dort wurden die letzten Kräfte verpulvert, bevor sich mit den Resten von gestern gestärkt wurde.

Um dem Lagerkoller zu umgehen, sollte es später noch einen Ausflug zur malerischen Insel Fiskebäckskil geben. Das Örtchen erreicht man mit der Fähre, zu sehen gibts nicht viel, nur ein paar nette Sommerresidenzen, aber Ziel der Aktion war auch eher, Streiterreien zu vermeiden, sich nochmal den Wind um die Nase wehen zu lassen und die Kids müde zu machen.

Rico ist vor Abfahrt schon eingeknickt und im Stehen eingeschlafen. Also haben wir ihn ins Bett verfrachtet und ich habe die Zeit genutzt, um die Klamotten zu sortieren und mal wieder Ordnung in die Taschen zu bringen.

Ein bisschen frische Luft brauchte ich aber auch noch. Nahes Ziel ist die Kirche, die oberhalb des Ortes trohnt und aus dem Granit des Steinbruchs erbaut wurde.
Von aussen spektakulärer als von innen, interessant fand ich allerdings, dass es ein Cafe in der Kirche gab. Spielecken für Kinder sind hier scheinbar ebenfalls nichts ungewöhnliches.

Da es wettermäßig die nächsten Tage nicht besser werden soll, wollten wir spontan noch eine Nacht vor Ort verlängern. Leider ist unser Zimmer ab morgen schon wieder vergeben und ein anderes war nicht mehr frei. Also gehts doch wie geplant weiter nach Varberg, allerdings haben wir doch noch schnell ein Zimmer gebucht, denn Zelt aufbauen ist bei dem Sturm fast unmöglich.

29Juli
2019

Faultiertag

Heute fange ich mal mit dem Abend an.
 

Nach einem langen Tag am Strand, einem leckeren Abendessen und einer Runde Spielen im Garten, waren "der Kumpel und seine Schwester" reif fürs Bett.
Da am Hafen wieder eine Open-Air-Party tobte, wollten wir uns aber nochmal ins Getümmel stürzen, Rico und Sandro waren noch fit, von daher kein Problem.
 
 
Im Nachbarzimmer haben sich schon den ganzen Nachmittag sechs blondierte Schwedinnen in Stimmung getrunken, ca. eine Stunde vor Ausgehzeit, fing das Styling der Damen an. Holla, da war was aufgerufen. Ein Blick in die Gassen von Lysekil zeigte uns, dass der Rest der Partygäste nicht weniger aufgebretzel war.
Das Partyflair war aber auch diesmal wieder sehr nett. Direkt am Hafen, unter freiem Himmel, gute Musik. Der Plastikbecher Aperol umgerechnet 12,50 Euro ... Da haben wir uns dann doch für ein fettes Eis entschieden.
 
Der ganze Ort scheint auf den Beinen zu sein. Und es ist wohl in bei solchen Anlässen mit den heißesten Karren und lauter Musik durch die Straßen zu cruisen.
Während des ganzen Urlaubs begegnen uns Oldtimer ohne Ende und heute Abend haben wir den ein oder anderen mindesten dreimal an uns vorbeiröhren hören. Showfahren  vom Feinsten.
 
 
Irgendwann waren auch unsere Jungs platt und nachdem wir sie ins Bett verfrachtet hatten, haben wir uns auf die obere Etage der Hochbetten gehockt, Bierchen geschlürft, der Musik gelauscht und die Runden der Oldtimer gezählt :-)
 

Unser Zimmer ist im Keller, Dank vieler Fenster zwar sehr hell, aber wenn man nicht gerade so groß ist wie wir, würde man nur ein Stückchen vom Himmel sehen. Naja, besser als gar keine Fenster wie damals in Stockholm.
 
 
In campingfreien Unterkünften haben wir immer den Luxus, dass uns Frühstück serviert wird. Hat ja auch was. Bei einer Tasse Kaffee im gemütlichen Frühstücksraum lässt sich der Tag doch gleich viel besser planen.
 
 
Alle Ideen sind aber dem Faultiergen zum Opfer gefallen, einzige Aktion heute war der Weg zu einer kleinen Badebucht. Die hatte ich mir vorher beim Laufen schon angeschaut. Leider schwammen mir da schon die ersten Quallen in den Blick, was auch der Grund war, dass ich heute tatsächlich mal wieder Badeanzug gegen Laufschuhe getauscht habe.
 
 
Die Laufstrecke hat mich an Hermanus erinnert. Quer durch ein Naherholungsgebiet "Stangehuvud", über Stock und Stein, riesen Granitfelselsbrocken und -klippen und den Blick immer aufs Wasser. Früher ein Steinbruch, heute durchzogen von Spazierwegen, von denen man aber auch gut abweichen und auf den Felsplatten laufen und klettern kann. Herrlich!
 

Trotz dem schönen Laufgebiet war es sehr schade, dass gerade heute Quallen aufgetaucht sind, denn das Wasser ist glasklar und man will einfach nur schnell reinhüpfen.
 
Es hat übrigens nicht lange gedauert und Carl stand bei uns am Frühstückstisch. Ich konnte die Herren gerade noch davon überzeugen, ihre Cornflakes leer zu essen und dann waren sie erstmal verschwunden. Da war schnell klar, dass wir alle zusammen zum Strand gehen und den Tag gemeinsam verbringen. Bewaffnet mit Fischnetzen, einer Krebsangel und Krabbenködern, einem Rucksack voller Spielzeug, hatten wir die knappen 500 m schnell zurückgelegt und das Jagdfieber brach aus.
 
 
Wie sich herausstellte, wusste Carl genau, wie man es anfängt, Beute zu machen und so schwammen tatsächlich mehrmals im Laufe des Tages Krebse und Fische im Eimer. Glücklicherweise wurden die Tiere aber immer schnell wieder frei gelassen.
 
 
Das ein oder andere kleine Kind wurde schreiend aus dem Wasser transportiert, da haben die Quallen dann wohl doch ein Opfer gefunden.
 
Nachdem ich mir meinen ersten Sonnenbrand seit langem zugezogen habe, bin ich freiwillig einkaufen geradelt und habe schonmal gekocht. Direkt eine riesen Auflaufform mit Nudeln-Lachs und Krabben. Da haben wir für morgen auch schon vorgesorgt.

Die vier haben sich gesucht und gefunden. Ein genialer Tag, Harmonie pur! 

28Juli
2019

Die Wetter-App lügt!

Der Regen war für 13 Uhr angekündigt, die ersten Tropfen fielen aber bereits um zehn Uhr. Genau in dem Moment, in dem wir den Campingplatz bezahlt haben, was wiederum bedeutet, dass wir alles trocken in den Bus bekommen haben. Topp!
 
Beim morgendlichen Schwimmen ist mir das erste Mal die schwimmende See-Sauna aufgefallen. Die mussten wir uns vor der Abreise nochmal schnell anschauen.
Ist bestimmt klasse, dort einen Saunagang zu machen und dann direkt in den See zu springen.
 
 
Unser neues Ziel ist das Örtchen Lysekil, dass an der äußersten Landspitze liegt und mit einer Autofähre über den Gullmarn erreichbar ist. Die Zufahrt über Land ist zwar auch möglich, würde aber deutlich mehr KM bedeuten. Und da Fährefahren bei dem vielen Wasser quasi zum Tagesgeschäft gehört, nutzen wir natürlich diese Variante.
 
 
Der Zwischenstopp auf der Insel Marstrand und an der Festung Carlstens hat sich absolut gelohnt! Die Festung war früher ein Gefängnis, heute ist es ein Abenteuer für Groß und Klein. Vom Turm hat man einen phantastischen Ausblick nach allen vier Seiten auf die Schären Bohusläns.
 
 
Rund um die Festung führt ein kleiner Natursteig, man kann die Aussicht nochmal genießen und tolle Fotos schießen. Und ich finde, die Wolken machen sich ganz gut als Motiv, immer nur Sonne und blauer Himmel, werden auch irgendwann langweilig :-)
 
 
Sogar die Möwen und Enten haben ihre eigene Unterkunft.
 
 
Das Örtchen selber war sehr Tourimäßig, aber trotzdem nett. Kleine Boutiquen in denen man stöbern konnte, Eisdielen, ein Spielplatz... Heute hat sich Michi eine neue Shorts gekauft. Keine dumme Bemerkung von den Jungs. Warum muss nur ich mir sowas immer anhören!?
 
Und jetzt einfach so noch ein paar Eindrücke
 
 
Er & ich - wir haben den selben Friseur :-) 
 
 
 Um 18:00 Uhr waren wir in Lysekil, hier haben wir eine nette Unterkunft.
 
 
Strandvillan- Familienzimmer, wenn man will Gemeinschaftsküche, direkt am Wasser gelegen. 18:05 Uhr: "Uli, wir haben einen neuen Freund!" Carl. 100% genauso drauf, wie unsere Beiden. Gefühlt kennen sich die drei schon ihr ganzes Leben. Die dazugehörende Mama ist auch sehr nett und ich denke, wir haben hier ein paar schöne Tage.
 
"Jungs, wir schlendern nochmal zum Hafen"
"Nein, auf keinen Fall, wir wollen mit Carl spielen"
"Ok, dann suchen wir einen Supermarkt, besorgen was zu Essen und ihr wartet so lange hier"
"Alles klar!"
Taff! Carls Mutter hat zwar ein Auge auf die Rasselbande geworfen, aber die kannten unsere Beiden ja auch gerade mal zehn Minuten...
Für die Nacht wurden schon Spielzeuge ausgetauscht und morgen werden wir wohl was gemeinsam unternehmen.
Da ist der Funke mal wieder komplett und direkt rübergesprungen!
27Juli
2019

Erst Abhängen, dann Göteburg

Wir sind übringens in der Kleinstadt Alingsas, gute 40 KM von Göteburg entfernt. Der Campingplatz "Lövekulle" liegt etwas außerhalb, direkt am Ufer des Mjörn. Den Ortskern haben wir bisher nur vom Fahrrad aus, auf dem Weg zum Bahnhof gesehen. Vielleicht bummeln wir morgen vor der nächsten Autoetappe nochmal durch.
 
Gestern Abend bin ich um zehn nochmal in den See gesprungen und konnte durch einen traumhaften Sonnenuntergang schwimmen. Einfach genial!
 
 
Den heutigen Vormittag haben wir ein bisschen abgehangen, Wäsche gewaschen,
 
 
im See abgekühlt, etc. Dann wurden die Räder gesattelt, die kurzen 3 KM zum Bahnhof geradelt und weiter ging es mit dem Zug nach Göteburg.
 
 
Auch hier war easy going angesagt, einfach treiben lassen. Und wie von Geisterhand wurde ich in einen Klamottenladen gezogen, in dem ich mir ein Outfit für die nächsten Partys zugelegt habe. Kommentar der Jungs: "Warum kaufst eigentlich immer nur Du was?" Unverschämtheit :-) Da hab ich mich schon nicht mehr in weitere Geschäfte getraut.
 
Durch die Saluhallen, Markthallen von 1886, sind wir auch nur zum schauen geschlendert, denn irgendwie hatte keiner von uns so richtig Hunger. Schade, denn an den vielen Ständen gab es alles was das Herz begehrt und die verschiedenen Düfte waren sehr verführerisch.
 

Auf der Suche nach der Fischhalle "Feskekörkan" blieben wir an einer Brücke hängen. Unter der Brücke hat ein Boot geankert, Passagiere waren ein Haufen Mädels, eine davon mit toller Stimme und ein Typ mit Gitarre. Die Truppe hat geniale Musik gemacht, da mussten wir einfach eine Weile zuhören.
 
 
Ob die Mosiakmauer eine bekannte Sehenswürdigkeit ist, weiß ich nicht, aber mir hat sie besonders gut gefallen, deshalb auch davon ein paar Fotos.
 
Das Eis des Tages gab es natürlich auch. Vor den Toren des Trägardsföreningens Parks. Nicht allzuweit von der Eisdielse musste eine Party toben, denn es hallte geniale Musik zu uns rüber. Das wollte ich unbedingt aus der Nähe sehen. Mitten im Park war eine Location eingezäunt, top DJ, Ibiza-Flair, super Musik und jede Menge gut gelaunte Leute. Leider durften wir nur von draußen über den Zaun gucken, die gute Stimmung war aber ansteckend und wir haben dem bunten Treiben eine Weile zugeschaut.
 
Die Temperaturen gingen auch heute wieder steil nach oben, da kam der Rasensprenger genau richtig. Ab morgen soll es gewittern, das sagen zumindest mein Regenprophet Michi und seine Wetter-App. Aber wenn wir noch im Trockenen zusammen packen können ist ja alles gut. 
 
 
Auf den Zug zurück mussten wir ein Glück nicht lange warten und am frühen Abend waren wir wieder zurück am Campingplatz. Wäsche einsammeln, kochen und schnell essen, denn hier sind jede Menge nervige Wespen. Die braucht kein Mensch.
 
"Michi, Du hast doch versprochen... Du weißt schon!"
Unbedachte Äußerungen darf man hier nicht machen, man wird auf alles festgenagelt. So auch auf das angebliche Versprechen, dass die Jungs mit den Kettcars über den Campingplatz heizen dürfen. Na gut, weil sie heute so brav durch die Stadt gelatscht sind und weil das Essen eh noch eine Weile braucht. Glückseeligkeit!
 
 
Neue Freunde haben die kleinen Herren diesmal nicht gefunden. Komisch manchmal, denn sowohl direkt neben uns, als auch gegenüber wohnen ein paar kleine Jungs. Der Funke springt halt nicht immer über.
 
Mücken: Immer noch alles im grünen Bereich. Den ein oder anderen Stich gabs, aber die angekündigte Masse dieser Ungetümer ist ein Glück noch nicht über uns hergefallen.
 
26Juli
2019

Wir ziehen Richtung Westküste

Gestern Abend ist noch ein heftiges Gewitter aufgezogen. Kein Donner, Blitz und Regen, sondern Bockigkeit, Gezeter und Donnerwetter. Müdigkeit? Hunger? Man weiß es nicht. Heute Morgen ist die Luft ein Glück wieder klar. Während wir den Bus gepackt und die Hütte aufgeräumt und geputzt haben, haben die Jungs mit Julian und Benjamin eine Power-Lego-Runde eingelegt. Kurzes Adieu, dem neuen Ziel und neuen Freunden entgegen.
 
Michi:" Tschüss Oxgarden, Tschüss Pipi" Von der Rückbank: "Ich muss nicht! Ich aber! Ok, dann gehe ich auch"...
 
Uns erwartet ein beschaulich kleiner Campingplatz, den See direkt vor der Nase und, man höre und staune, diesmal sind wir nicht die einzigen Hinterwäldler, die im Zelt wohnen. So mag ich das. Und überhaupt, ist es einfach sooo schön, dass man den ganzen Tag draußen sein kann, machen wir zuhause ja auch soweit möglich, aber hier ist das nochmal ein bisschen besser.
 
 
Auch die Fahrt hierher war total schön. Soviel Wasser - soweit das Auge reicht, Wälder, rote Holzhäuschen - nur ein Elch ist uns noch nicht begegnet.
 
Die Kühlboxen sind auch wieder gefühlt. Es ist doch immer wieder ein Erlebnis zu viert in fremden "Supermärkten" zu stöbern, jeder schmeißt das in den Wagen, was er am liebsten mag und ich darf abends daraus ein Mahl kreiiren.
 
Spülen gehört ja nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber heute hatte ich beste Unterhaltung. Ein netter Typ neben mir, der mich in die Lehren des Handspülens eingewiesen hat. Dank seiner Hilfe habe ich den Trick mit dem warmen Wasser verstanden, eine Spülbürste für die schmutzige Pfanne bekommen und ich weiß jetzt, dass es Schwämme mit Stil gibt, in denen das Spüli bereits drinnen ist. Nicht schlecht, oder? Und gar nicht teuer ;-)
 
Während dieses kleinen Exkurses, hatte Sandro draußen Aktion pur, denn dort wurde ein echter Dieb verhaftet.
So richtig mit Handgreiflichkeiten, Mitnahme im Polizeiauto und großem Rambazamba. Diese Szenen werden jetzt wahrscheinlich den ganzen Abend nachgespielt.
 
Ich hüpfe nochmal in den See. Bis morgen!
 
25Juli
2019

Ein besonders hübsches Fleckchen Erde

So lautet der Titel unter dem im Reiseführer auf die Schäreninsel Hasselö hingewiesen wird. Dem können wir nur  beipflichten und noch hinzufügen:Kontrastprogramm zu gestern!
 
Da wir um zehn Uhr eine Verabredung mit der Fähre in Västervik hatten, war es heute Morgen nicht ganz so gemütlich. Für einen Kaffee & ein Müsli reicht die Zeit aber doch. Rad- und Badesachen packen, Brötchen für unterwegs schmieren und ab in den Bus. Die Strecke kannten wir ja schon, eine Stunde Richtung Küste, Anleger Västervik - Hasselö.
 
Ankunft Västervik 9:40 Uhr. In der Hoffnung, die Fahräder auf die Insel mitnehmen zu können, schnell alle vom Träger gebaut. Abfahrbereit 9:50 Uhr. Wo wir genau hin müssen, wissen wir nicht, einfach Richtung Wasser und Ausschau halten, nach einem kleinen,blau-weißen Schiffchen.
"Da ist sie!" 9:59:20 Uhr Auskunft vom Kapitän "Keine Räder, ihr könnt drüben welche leihen!". Unter den genervten Blicken von gefühlt 200 Augenpaaren Räder an den nächsten Laternenmast gekettet.
10:02 Uhr Anker lichten und los. Durchatmen und die einstündige Überfahrt genießen.
 
Wasser soweit das Auge reicht, hier und dort Schäreninseln jeder Größe - unbewohnt, mit einem Häuschen
drauf, mit eigenem Steg und Motoryacht am Anlieger - für alle Belange was dabei.
Während die Meldungen aus Deutschland nur aus Angaben zu den steigenden Temperaturen bestehen, lassen wir uns unter blauem Himmel und bei Sonnenschein den herrlich kühlen Wind um die Nase wehen.
 
Der Hafen von Hasselö wird von Minute zu Minute größer, wobei "groß" hier relativ ist. Das autofreie Hasselö ist ca. 750 ha groß, über eine Brücke gelangt man auf die Nachbarinsel Sladö, die ca. 70 ha groß ist. Insgesamt gibt es ca. 525 Häuser, viele davon sind Ferienunterkünfte.
 
Heute wollen wir die Insel per Rad erkunde. Eimal rund und Abstecher auf die Nebeninsel =  9 KM. Auf zum Fahrradverleih.

"Hier kann man Tandems leihen, wie cool ist das denn?!" Wollten wir schon so lange mal ausprobieren. Heute ist der Tag! Die Jungs haben sich direkt in zwei "Montänbikes" verliebt und so waren wir schnell startklart.
 
Tolle Schotterwege durch Natur pur, Blick fast durchgehend auf das dunkelblaue Wasser, Stille und wenige Menschen.
 
 
Das Idyll wird immer mal wieder von den Stimmungsschwankungen eines einzelnen Mitreisenden gestört: "Die doofen Steine, ich kann nicht richtig fahren", "Juchhuuu, das macht mega Spaß!" "Mano, den Berg hoch schaffe ich nicht", "Jaaaa, "Montänbike" fahren ist cool!" Mir ist warm, ich habe Durst, ich will jetzt nicht mehr weiter", "Das Eis, das ist will, ist nicht dabei", "Nein, ich gehe nicht ins Wasser!", "Heee, ich will nicht aus dem Wasser, das ist so toll hier!". Da soll noch einer mikommen...
 
Meckern macht müde ;-)
 
Trotz aller Meckerei war es aber eine ganz tolle Tour, gut dass wir die Fähre am Morgen nicht verpasst haben!
24Juli
2019

Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt!

Beim Laufen konnte ich die KM lange Autokarawane Richtung Astrid Lindgren Värld beobachten und habe mir ein schadefrohes Grinsen gerade so verkniffen. Hat die wenig schöne Lage unserer Unterkunft doch einen Vorteil, denn wir können später zu Fuss gehen.
 
Wieder zurück bei Häuschen 23 war dort schon der Frühstückstisch im strahlenden Sonnenschein gedeckt, der Korb mit den morgendlichen Leckereien lies auch nicht lange auf sich warten und so konnte auch heute total gechillt gestartet werden. Ruhe genießen, Kraft sammeln, Nerven stärken, denn eine kleine Ahnung, was uns den Rest des Tages erwartet, hatten wir schon.
 
 
"Müssen wir uns etwa da anstellen??" Ja, müssen wir und das sogar zweimal. Es ist in Schweden eigentlich nicht anders als in Deutschland, erst Eintrittskarten kaufen, dann durch den Eingang gehen. Manchmal ist man aber doch ein verträumtes Herdentier und stellt sich einfach mal ans Ende der längsten Schlange, um am Drehkreuz zu merken, dass alle, ausser uns, wie von Zauberhand die Eintrittskarte aus der Tasche ziehen. Aber egal, wir haben ja Zeit
und sind im Urlaubsmodus. Am Ende waren wir auch nur 30 Minuten später an der Villa Kunterbunt als geplant.
 
Dort das nächste Aha-Erlebnis. So sieht es also an den Attraktionen aus, wenn gerade eine Vorstellung läuft. Puh, kein Spaß! Gut, dass es noch sooooviele andere Sachen zu entdecken gibt, da muss Pipi halt warten.
 
 
Die Mattisburg, Ronja und Birk, Karlson vom Dach, Bullerbü, Krachmacherstraße, Madita und und und.
 
 
Alles sehr liebevoll gestaltet, die Schauspieler mit Herzblut dabei, nach den Vorstellungen nehmen Sie zum Anfassen, Fotos machen und erzählen ein Bad in der Menge der Besucher. Bei einigen Stationen kamen auch bei mir Erinnerungen hoch. Ferien auf Saltkrokan, stimmt, das habe ich doch auch damals gelesen. Um was ging es da noch gleich?
Ronja Räubertochter, gerade erst mit einer ganzen Horde Kids im Jungen Theater in Bonn angesehen, aber auch eines der ersten gebundenen Bücher in meinem Bücherregal. Schön!
 
 
Während die Jungs toben wie die Irren, betreiben Michi und ich Studien in Sachen "menschliche Verhaltensweisen". Ein Zeitvertreib, der nicht endenden Spaß verspricht, einem manchmal aber auch den Atem verschlägt und man sich fremdschämt. Um es ganz ohne irgendeine Wertung auszudrücken: Interessant!
 
Sandro und Rico sehen wir immer nur im Vorbeiflug, wir sind völlig abgemeldet. Bis zu dem Zeitpunkt, als Michi uns Waffeln mit Erdbeeren und Sahne holt. Plötzlich sitzen die beiden auf unserem Schoss und wollen die Leckerei mit uns teilen. So so, im Ergebnis sieht das so aus, dass ich nicht mal ein komplettes Herz bekommen habe. Aber Hauptsache den Prinzen geht es gut!
 
Bei unserem Besuch in Lönneberga haben wir gelernt, dass Michel in Schweden Emil heißt. In Deutschland war dieser Name aber schon von Emil Tischbein aus Emil und de Detektive belegt, deshalb wurde der kleine Blondschopf bei uns ein Michel.
Der Frechdachs lief durch die Menge und hatte eine Schar kleiner Kinder an den Hacken, die alle gern in den Blödsinn einstiegen, den er verzapft.
 
 
Ein Blick auf die Uhr sagt, dass wir noch eine Stunde haben, bis die Pforten schließen. Und wir waren immer noch nicht in der Villa Kunterbunt. Jetzt aber zackig!
  
Auf dem Weg dorthin nochmal schnell in Büllerbü vorbeigeschaut, eine Überfahrt mit dem Floß gemacht, über die "Felsbrocken" nach Tackatucka gehüpft, um dann endlich an Pipis Türe zu klopfen.
 
 
Herr Nilson war verschwunden, der Kleine Onkel stand aber mit einer Seelenruhe im Vorgarten, ließ sich in die Höhe stemmen und als Klettergerüst benutzen.
 
 
Aber irgendwann hat auch das tollste Vergüngen ein Ende. Des einen Freud, des anderen Leid :-) Fazit des Tages: Ein netter holländischer Großvater lächelte mich an und sagte: "Sie müssen Geduld haben, für einen Tag ist das doch ok" Und ja, er hat recht!
Die Jungs haben uns heute mal wieder bewiesen, dass sie 7 Stunden am Stück laufen, klettern und toben können. Mal schauen, wie das bei der nächsten Wanderung aussieht, wir werden sie an den heutigen Tag erinnern.
 
Wieder in Oxgarden angekommen: "Hier ist es voll doof, alle unsere Freunde sind weg"
Es ist ja nicht so, dass dafür wieder eine Menge neuer Kinder angereist sind... Mit denen kann man erstmal wieder nicht sprechen geschweige denn spielen. 5 Minuten später: Uli, ich habe zwei neue Freunde, die sind ja so super und sie haben sogar auch Lego dabei. Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt...

 

 

23Juli
2019

Pipi, Michel, Ronja & Co oder Idö?

Regen! 

Macht uns das Wetter etwa einen Strich durch die Rechnung!?
Erstmal wach werden und mit Spannung auf das Frühstück warten, dass uns um acht vor die Türe gestellt werden soll. Die Zeit bis dahin überbrücken wir mit unserem eigenen Kaffee, ist schon praktisch, wenn man alles dabei hat.

Der Frühstückskorb war voller Leckereien und warum auch immer, stand wenige Minuten nachdem wir den ersten reingeholt haben, ein zweiter vor der Türe. Perfekt, den Inhalt können wir brauchen, einmal einkaufen gespart. Michi wars furchtbar peinlich, aber ich habe schnell alles im Kühlschrank verschwinden lassen :-) 

Wettervorhersage gucken, Reiseführer wälzen, Laune der Jungs checken, mangels See heute mal wieder ein Ründchen laufen und dann den Plan für den Tag festlegen: Wir bleiben beim Ausflug nach Idö!

Idö liegt vor dem Küstenort Västervik im östlichen Smaland. Wir haben uns für die Überfahrt von Horns Udde entschieden,

Lustige Hufeisenbefestigung!

waren reichlich vor Abfahrt der Fähre dort und haben sie verpasst. Diesmal nicht nur fast sondern tatsächlich. Wie konnte das passieren? Man sollte halt alle Hinweise lesen, besonders die auf denen "Attention" steht, denn dann weiß man auch, dass man zehn Minuten vor der Abfahrtszeit ein Signal hiessen muss, damit der Kapitän der Fähre weiß, dass Passagiere auf ihn warten.

Mist, die nächste Überfahrt sollte erst zwei Stunden später möglich sein, aber wir hatten mal wieder Glück! Eine schwedische Familie, die ebenfalls übersetzen wollte, hat kurzerhand ein Taxischiff gerufen und wir durften mitfahren. Wow, supernett und viiiiel cooler als die lahme Fähre, das Taxi hatte richtig Speed drauf und wir waren in null-komma--nichts drüben. Der Regen hat zwischenzeitlich auch aufgehört - perfekt!

Die kleine Insel ist ein wahres Schweden-Idyll. Natur pur, überall verstreut ein paar nette Häuschen, ein kleiner Hafen und ein Restaurant, dass von einem Ehepaar geführt wird, dass sich seit 2004 den Traum von einem Leben in den Schären erfüllt.

Auf unserer Erkundungstour enteckten wir nicht nur die verschiedesten Fortbewegungsmittel,

  

sondern auch eine kleine Siedlung, die fast ein wenig unheimlich war. Auf den ersten Blick sah man nur die Dächer, die aus der Erde schauten, einige Türen konnte man öffnen, aber die Spinnweben waren nicht sehr einladend.

 

Hinter einer Türe verbarg sich die Fratze eines Horrorclowns - uahhh - gut, dass ich die zuerst geöffnet habe, die Jungs hätten einen Schreikrampf bekommen.

Außer dem hässlichen Vieh hat sich aber weder ein Troll, noch eine Hexe gezeigt und wir haben sogar ganz mutig dort ein kleines Gummibärchen-Picknick eingenommen.

Bei unserem Ausflug nach Käsberga hat Sandro trotz diverser Warnungen mit beiden Händen an einen mit Strom geladenen Zaun gepackt. Das tat wohl richtig weh! Heute waren die Wanderwege durch viele solcher Zäune getrennt und wir mussten die Durchgänge immer selber öffenen. Sandro hatte mächtig Respekt, hat sich dann aber doch getraut. Immer schön an den Griffen... Erfahrung macht klug! :-)

Den Tag haben wir mit dem Schlemmertipp "Idölada med skärgardens delikatesser" und einem Gläschen Wein ausklingen lassen.
Warm geräucherter Idölachs, gebeizter Lachs, Garnelen geräuchert, Hering mit Kartoffeln... Köstlich!

Und die Rückfahrt hat dann auch mit der regulären Fähre geklappt.

Gut gesättigt, gabs in Oxgaden nur noch einen Kaffee, wieder gemütlich vor auf den Stufen unseres Häuschens. Die Lindgren-Land-Besucher trudelten auch alle wieder ein und wir hatten wieder viel zu gucken. 

Mittlerweile spielen die Jungs mit einer Horde schwedischer Kids Versteck-Fangen und reißen uns fast die Bude ab.
Vor Michi stehen andauernd kleine schwedische Kinder und wollen sich mit ihm unterhalten - lustig.

Das war ein richtig schöner Tag. Jetzt schaffen wir auch den Trubel morgen in Astrids World! 

 

 

 

 

22Juli
2019

Tschüss Öland, Astrid, wir kommen!

Heute ist wieder großes Packen angesagt. Gestern Abend blieben wir glücklicherweise von der grässlichen Livemusik verschont, konnten noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen und uns, in die Schlafsäcke gekuschelt, von unserer Wanderung erholen.  

Von Öland aus gehts ca 140 KM weiter nach Vimmerby. Dort wohnen wir vier Nächte in einem kleinen Ferienhäuschen, direkt vor den Toren des Astrid Lindgren Lands.

Vorher war aber ein Abstecher ins Schloss Kalmar angesagt.
Das Schloss liegt direkt an der Ostsee, zwischen Öland und dem Glasreich. Hier steht kein langweiliges Besichtigen an erster Stelle, sondern Spielen, Spielen, Spielen... 
Der Schwarze Ritter fordert zum Kampf auf, die Prinzessin ist zum Anfassen nah, es können Ritterrüstungen anprobiert werden und wer Lust hat, kann ein paar Aufgaben erfüllen und sich anschließend zum Ritter schlagen lassen. 
Unsere beiden Herren waren, wie so oft, erstmal "anti" - keine Lust, "nee, ich will nicht", aber nach einer kurzen Krise meinerseits und einiger Überredungskunst, ging dann doch was.

Den Drachen mit der Lanze erschlagen

 

als Knappe die handwerklichen Fähigkeiten beweisen,

Ratten in der Speisekammer erlegen

und zum Schluss auch noch die künstleriche Ader geweckt.

Nach der ganzen Aktion noch schnell ein Eis und dann auf nach Vimmerby.

Unsere Unterkunft "Oxgaden" ist eine kleine Ansammlung von roten Holzhäuschen, die sich um einen schönen Innenhof reihen. Gefühlt springen hier hunderte kleine Kinder um, die die Astrid Lindgren Geschichten nachspielen. Wir machen es erstmal mit einer Tasse Kaffee auf den Stufen der Hausnummer 23 gemütlich und beobachten das Treiben. 
Die Herren schütten ihren Legobeutel vor der Türe aus und haben so schnell Anschluss. Ein kleiner Schweizer ist selig, dass er mitbauen darf, der Papa scheinbar glücklich, sich unterhalten zu können und so waren wir die nächste Stunde beschäftigt.

Michi und ich waren uns recht schnell einig, dass wir den morgigen Tag nicht im Freizeitpark verbringen wollen. Nach dem Schloss-Rummel wollten wir erstmal wieder einen Tag Natur. Wir haben uns eine der ca. 5000 Schäreninseln "Idö" ausgesucht. Die Beschreibung im Reiseführer hört sich toll an!

 

21Juli
2019

Regentag

Eigentlich wollten wir heute wandern gehen...
 
Im Moment sitzen wir allerdings zu viert im Zelt und hoffen, dass der Regen nachlässt. Das schlechte Wetter fing bestimmt nur an, weil Michi seit Tagen die Wettervorhersagen liest und den Regen quasi herbeigeredet hat :-)Netterweise kam das Nasse von oben erst runter, als wir mit dem Frühstück unter freiem Himmel fertig waren.
 
 
Die Jungs sind zwar noch mit ihrem Lego beschäftigt, Sandro hat sogar freiwillig ein bisschen Mathe geübt, aber ich fürchte, wenn es bis zum nächsten Sonnnschein länger dauert, kommen wir um Zankerei und Geschrei nicht herum.
 
Einige Stunden später...
Die Prognose war korrekt. Das Gezeter hat nicht lange auf sich warten lassen. Also, Regenklamotten an und raus. Auf den Wegen des Campingplatzs waren herrliche, riesengroße Pfützen. Perfekt zum Pfützenspringen! 
Und wandern kann man schließlich auch im Regen.
 
Wir haben von einem kleinen Rundweg gelesen, der durch Wälder, an der Küste und durch ein Naturreservat führt. Ausgangspunkt ist der sagenumwobene Karlevi-Stein südlich des Ortes Färjestaden. Man erzählt, dass der Runenstein um das Jahr 1000 herum zu Ehren des dänischen Wikingerkönigs Sibbe dem Guten aufgestellt wurde. Sibbe war, wie der Name schon sagt, einer von den Guten und angeblich gab es nach ihm keinen Häuptling mehr, der so gerecht und gekämpft hat wie er.
 
 
Am Parkplatz haben wir einen jungen Mann getroffen, heftigst tätowiert , mitten auf er Stirn eine Art Spinnnetz. Er erzählte uns, dass er die Götter und alles was damit zu tun hat, verehrt, der Stein eine Kultstätte sei und es gerade beim Militär viele Männer gibt, die sich dieses Symbol als Zeichen der Ehrfurcht tätowieren lassen. Die meisten aber wohl eher auf die Schultern, auf der Stirn, quasi als Zielscheibe, ist schon ziemlich crazy.
 
Schnell waren die Wanderwegmarkierungen gefunden und die Jungs waren kaum zu halten. Was so ein Vormittag im Zelt doch für Bewegungsdrang hervorruft, da wird sogar ohne zu meckern gewandert.
Der Weg ist ein Teilstück des 450 KM langen Ölandsleden/Mörbylangaleden, der einmal um die Insel führt, immer wieder über Holzstege, durch den Wald, Blick auf die See, begleitet von Minifröschen, Marienkäfern, Grashüpfern und anderem "Geviehchs". 
 
  
 
Das Naturreservat bei Jershamn sollte ursprünglich ein Hafen werden. Da das Gebiet aber schnell total verschlammt ist, wurden die Bauarbeiten niedergelegt. Gut für die Natur und die ca. 250 verschiedenen Vogelarten, über 600 unterschiedlich Schmetterlinge, Fledermäuse, etc. die dort heute ihre Heimat gefunden haben.
 
  
 
Die Gemeinde Mörbylanga sorgt dafür, dass der Weg und die Rastplätze top in Schuss sind. Kleine gemütliche Schutzhütten, in denen man auch übernachten kann, Holz für ein Lagerfeuer und sogar ein kleines Holzhäuschen mit Herzchen in der Türe. Das Ganze ist aber so schön und natürlich angelegt, dass es in das Bild passt und nicht hightech-tourimäßig rüber kommt.
 
 
 
Uns begegneten einige Fotografen, ansonsten waren wir, wie so oft bei unseren Wanderungen, ziemlich alleine unterwegs. Da war es dann auch nicht weiter schlimm, dass die Jungs mehr Interesse an den Kuhfladen hatten, als an den Vogelarten und dies auch lautstark diskutierten.
 
 
 
"Sag mal Michi, wir laufen immer noch in die selbe Richtung, müssten wir nicht langsam mal umdrehen?" Erst da wurde uns bewusst, dass wir uns verlaufen haben. Mist! Ein nettes schwedisches Ehepaar konnte uns erklären, wo wir gerade sind und uns in die richtige Richtung weisen. Nach einer gefühlten Ewigkeit an einer stark befahrenen Landstraße, konnten wir uns ein Glück auf einen Fahrradweg retten, eine Bushaltestelle hat uns kurzzeitig die Hoffnung gegeben, dass wir doch nicht noch Stunden wandern müssen, da wir dem Busfahrer aber nicht genau erklären konnten, wo unser Auto steht (wussten wir ja selber nicht :-)... ) und er uns erklärte, dass er erst wieder in Kalmar hält, ging es doch zu Fuss weiter.
 
 
 
Die endlosen KM vertrieben wir uns damit Nacktschnecken und Minifrösche zu zählen und irgendwann strahlte uns dann endlich unser blaues Gefährt entgegen. Hurra! 
Hut ab vor den Jungs: Kein einziges Mal Gemecker! 
Zur Belohnung gabs Pizza zum Abendessen und wieder einen tollen Sonnenuntergang.
 
 
20Juli
2019

Ab auf die Insel

Nebel! So dicht, dass selbst das fette, Seeblick-versperrende Wohnmobil kaum zu erkennen ist. Aber wen störts, wenn dafür die Nacht trocken war und sich die Sonne hartnäckig durch die Nebelwand kämpft. Michi und ich sind früh wach, starten mit frisch aufgebrühtem Kaffee in den Tag. Die Ruhe auf dem Campingplatz ist herrlich.
Ich verabschiede mich vom See mit der täglichen Runde. Diesmal aufgrund der "nicht-Sicht" immer nah am Ufer entlang. Irre, wie schnell man die Orientierung verlieren kann und wie der Nebel alles verschluckt. So auch zwei Kajakfahrer, die ich schon lange bevor ich sie sehen konnte gehört habe. Mit einem erstaunten "Hey!"
paddelten sie an mir vorbei und verschwanden ratzfatz wieder im feuchten Grau.
Obwohl wir heute zum ersten Mal in diesem Urlaub die Zelte abgebrochen haben, lief alles erstaunlich routieniert. Aufbruch wie gelant zur Mittagszeit.
 
Neues Ziel: Öland!
Gute 240 KM ging es über die E22, aber auch über Landstraßen. Da konnte man einen Einblick in die Landschaft Schwedens gewinnen.
 
 
Einen Zwischenstopp haben wir aber nirgends eingelegt. Wir wollten lieber zum nächsten Campingplatz und dort nochmal ins Wasser springen.
Ernüchterung -  wir sind da. Saxnäs Camping. Ein riesengroßer Platz, mit Pool, Animation, Minigolfplatz, diversen Restaurants, Livemusik bis spät in die Nacht. Das ist nichts für mich! Kleiner Pluspunkt: Trotz der vielen Menschen sind WC und Duschen erstaunlich sauber. Wenigstens etwas!
 
Wie war das? Essen macht glücklich? Vielleicht hilft es ja wirklich, um den ersten Schock ein wenig zu mildern. Gut, dass wir fürs Abendessen viele leckere Dinge eingekauft haben. Mit meiner neuenKüchenhilfe macht das Kochen doppelt Spaß.
 
  Essensausgabe - immer schön der Reihe nach.
 
Die Jungs verstehen auch auch gar nicht, warum es mir hier nicht gefällt. Rico die Partymaus zieht es direkt zur Kinderanimation, dort sahnt er drei Eis für lau ab, Sandro übt auf den Wegen zwischen den Wohnmobilen weitere Fahrradkunststücke, die Spielplätze sind "besser als auf unserem Pamcingplatz" - was will man mehr?
 
Und der Sonnenuntergang kann auch was.
 
 
19Juli
2019

Foteviken - bei Wicki

Hey hey Wicki, hey Wicki hey... Wer kennt das nicht? Haben wir schon als Kinder geschaut und mitgesunden, die Jungs tun es heute auch noch. Und deshalb ist der Besuch im Wikingermuseum Foteviken Pflicht.
In dem Dörfchen leben einige Männer, Frauen und Kinder wie echte Wikinger. Sie tragen historische Kleidung, kochen in originalgetreuen "Küchen", spinnen Flachs, färben Wolle und Stoffe und geben den Touris einen Einblick in das Leben der alten Nordmänner und - frauen.
Foteviken ist sehr liebevoll angelegt und die Jungs hatten riesig Spaß. Sie durften beim Brotbacken helfen, konnten beim Weben zuschauen, den Turm stürmen und belagern, Bogen schießen, Tauziehen, etc. Zufällig haben wir eine Führung auf deutsch mitbekommen, der die beiden tatsächlich sehr interessiert gelauscht haben.
 
   
 
Beim Schmökern des Reiseführers habe ich etwas von bunten Holzbadehütten in Skanör und Falsterbo gelesen. Da hatte ich doch direkt ein Dejavu. In Südafrika durfte ich keine Fotos von den schönen Häuschen machen, weil wir bei den Pinguien zu sehr getrödelt und für den Abstecher nach Muizenberg keine Zeit mehr hatten.
Heute sollte es klappen, die Jungs konnte ich mit der Aussicht auf Sandstrand und Ostseewasser locken und wir waren tatsächlich kurzzeitig auf dem Weg Richtung Skanör... bis wir vor uns einen fetten Stau sahen, kurzerhand umdrehten und zurück zum Campingplatz fuhren. Wieder keine "Bunte-Badehäuser-Fotos".
Rico schläft auf den Rückfahrten von unseren Touren immer tief und fest ein. Mit dem Ergebnis, dass er danach toppfit ist und bis elf Uhr hellwach auf dem "Pamcing"-Platz rumspringt. Aber es wird ja auch nicht wirklich dunkel und man hat gefühlt die ganze Nacht lang frühen Abend.
Heute Nacht soll es regnen. Wir haben kurzzeitig überlegt, das Zelt schon abzubauen und zu viert im Bus zu schlafen. Da die Vorstellung aber nicht sooo prickelnd war, riskieren wir es und hoffen, dass wir morgen alles trocken ins Auto kriegen.
Mücken... dazu muss man ja so langsam auch mal was schreiben. Bisher hatten wir Glück! Ich bin letzte Nacht das erste Mal angegriffen worden. Die Herren blieben noch verschont. Ich wäre nicht böse, wenn das die nächsten 2,5 Wochen so bleibt.
18Juli
2019

Käseberga / Ales Stenar

Wie heißt es so schön in unserem Kinderreiseführer? Urlaub muss allen Spaß machen oder "Was Sie trotz Kindern gesehen haben müssen". Diese Tipps beherzigen wir natürlich auch :-) Und deshalb ging es heute nach Käseberga, wo wir uns Ales Stenar anschauen. Was sich dahinter verbirgt? 59 Steine, ähnlich wie Stonehedge, auf einem Hügel, 37 Meter über der brausenden Ostsee. Angeblich wurden die Steine vor mehr als 1000 Jahren dort hingestellt und niemand weiß so recht, warum und was sie bedeuten. Sie könnten ein Schiff darstellen, 67 Meter lang, 19 Meter breit. Oder ist es vielleicht eine Grabstätte eines großen Wikingerhäuptlings? Oder einfach ein Ort, an dem man meditiert. Vielleicht ist es auch eine uralte astronomische Uhr!? Jeder darf sich seine eigene Wahrheit zu den Steinen ausdenken.
 
 
 
Auf jeden Fall ist es ein nettes Plätzchen, an dem man nebenbei einen herrlichen Blick auf die Ostsee werfen (bei guter Sicht kann man bis nach Bornholm schauen) oder Paragleitern beim Start zusehen kann.
Da wir den Jungs versprochen haben, noch ein wenig im Wasser zu plantschen, aber keine Lust hatten, zu einem der nahgelegenen Strände zu fahren, sind wir direkt in der Nähe des Hafens von Käseberga ins kühle Nass gehüpft. Brrr - schöne Abkühlung!
 
 
 

Jeder Wallander-Fan muss in Schweden natürlich auch in Ystad anhalten, denn dort ermittelt der Gute, ißt im Cafe Fridolfs köstliche Torte und wandelt durch die netten Gassen mit mittelalterlichen, pastelfarbenen Häuschen.
 
 
 
Bemerkenswert sind die herrlichen Rosen, die überall in Massen blühen. Wunderschön! Angepriesen waren zwei Kinderattraktionen, die Stadtralley "Zimtschnecke" und die Stadtführung mit der Oldtimer-Feuerwehr. Für letzteres waren wir leider zu spät dran, die Unterlagen für die Ralley waren aus. Da blieb uns ja fast nichts anderes übrig, als bei Fridolfs einzukehren und Cappuchino, Torte und Zimtschnecken zu verspeisen. Wenn das nicht sogar ein bisschen besser war, als die Stadtführung...
 
Wieder am heimischen Zelt angekommen, wurden wir schon von Janos und Lucian erwartet. Die Fahrradgang war wieder komplett. Den Ton in der Bande gibt übrigens Lucian, der 3,5 jährige an, denn er kann nur Fahrradfahren, wenn ihm jemand einen Schubs für den ersten Schwung gibt. Das ist der Job von den Großen, die drei fahren
hinter ihm her und warten auf ihren Einsatz als Starthilfe-Geber. 
Tiere gibts übrigens nicht nur im Tierpark, sondern auch direkt am Zelt. Irgendjemand zerwühlt nachts unseren Müllbeutel und sucht nach übriggebliebenen Leckereien, über uns kreisen Störche, unterm Auto schläft ein Igel und eine Hasenmama führt ihre Kleinen aus.
Und während die kleinen Herren in die Pedale treten, lassen wir es uns gut gehen. Ja ,die Schweden können Eis!!!
 
17Juli
2019

Skanes Djurpark

"Kommt Ihr endlich spielen? Wir fahren gleich weiter!" Und weg sind sie, die Jungs.
Die Nacht war gut, nicht kalt, keine Mücken, Martins extrafette Thermarestmatte ist Luxus pur!
Nach einem gemütlichen Frühstück im Sonnenschein haben wir den Campingplatz aber heute dann doch verlassen.
Ziel: Skanes Djurpark. Ein Tierpark in dem nur nordische Tiere leben, natürlich sind auch einige Spielplätze zu finden, eine Wasserrutsche, eine Hängebrücke und seit Juni 2016 leben Shaun das Schaf und seine Kumpels auf dem Gelände.
 
 

Wir waren nicht die einzigen, die die Idee hatten, den Park zu besuchen, aber wenn man nicht immer zu den Fütterungszeiten bei den Gehegen ankam, hatte man eigentlich einen guten Blick auf alle Tiere. Was haben wir gesehen? Dachse, Seehunde, Bären, Elche, Füchse, einen Luchs, Wildkatzen ...
 
   
 
Die Fahrt mit dem Traktor durch das Shaunland durfte natürlich nicht fehlen. Und weils soooo toll war, haben wir uns auch ein zweites Mal angestellt, um die Runde nochmal zu drehen.
 

Ein Glück sind wir die Strecke zum Park nicht, wie erst geplant, mit dem Rad zurückgelegt. Es waren zwar nur 9 KM, aber Rico war nachmittags platt und ist im Bus direkt eingeschlafen.
Zurück auf dem Campingplatz wurde uns erstmal ganz charmant von einem riesen Wohnmobil der Blick auf den See genommen. Egal, so ist es bei uns ein bisschen Wind geschützter :-)
Es ist schon erstaunlich, mit was für Mobilen die Leute anreisen. Teilweise sind es komplette Wohnungen, inklusive Gartenzaun und Teppich vor der Haustüre, Webergrill in XXL, den Headsetstöpsel fürs Handy permanent am Ohr, damit man keinen der lebenswichtigen Anrufe verpasst...
Zelte sieht man eher selten, da scheinen wir Oldschool unterwegs zu sein. Aber was haben wir noch gleich im Wikingerdorf gelernt? Die Hütten sind ausschließlich zum Schlafen da, den Rest des Tages verbringt man im Freien. So machen wir das auch, warum sonst geht man denn zelten!? Es gibt aber auh wieder einige toll ausgebaute VW Busse zu sehen und wen wunderts - dort wohnen die nettesten Leute.
U.a.Lucian, Janos, Kind Nr. 3 & deren Eltern. Die Freiburger sind insgesamt 2 Monate unterwegs, Dänemark haben sie schon erkundet und wer weiß, vielleicht treffen wir uns unterwegs ja nochmal.
Die lezten Sonnenstrahlen des Tages habe ich genutzt, um ein paar Runden im See zu drehen. Herrlich! Für die Kids ist das Gewässer auch super, denn man kann ewig weit reinwaten, ohne dass es richtig tief wird.
Einmal etwas weiter rausgeschwommen, sieht man, wie riesig das Gewässer ist. Vielleicht leihen wir uns ja doch mal ein Tretboot und fahren zusammen raus. Kleiner Nachteil, der Boden des Sees ist sehr schlammig, weswegen das Wasser eine ziemlich braune Brühe ist und man nach dem Schwimmen ein bisschen müffelt.
Essensmäßig mussten wir heute improvisiren, dafür wurde es dann aber richtig lecker und wir waren so satt, dass uns nicht mal das mega lecker aussehende Eis aus der campingplatzeigenen Eisdiele gereizt hat. Aber morgen wird getestet, ob die Schweden auch Eis machen können!
Ach, haben wir nicht eigentlich auch 2 Jungs dabei!? Die drehen schon wieder ihre Runden mit Janos,Lucian,.... Der Herzschmerz, dass Fredo und Kalle heute Morgen abgereist sind, war schnell vergessen... 
16Juli
2019

Ankunft bei Sonnenschein

Nach ca. 50 KM haben wir unseren 1. Campingplatz gefunden. Jägersbo Camping in Höör.
Direkt am See "Sätoftasjön" gelegen, recht beschaulich und gemütlich.
 
 
 
Bis auf eine kleine Radtour zum nächsten Supermarkt, haben wir den ersten Urlaubstag einfach mal zum Abhängen genutzt. In den ersten Tagen muss man sich schließlich erstmal sortieren, Zelt aufbauen, Klamotten clever verteilen, für alles einen guten Platz finden...
 
Auch wenn es nicht so wirkt, hier herrscht Ordnung ;-)
 
"... oder ich zeigs Dir" Mit diesen Worten und einer erhobenen Faust hat sich Fredo bei uns vorgestellt. Keine Ahnung, um was es ging, vielleicht muss man sich einfach erstmal zanken um dann wie die Kletten aneinanderzuhängen!?
 
 

Auf jeden Fall waren Fredo, Kalle, "der Blaue", "der mit dem Wohnmobil" und die Jungs für den ersten Abend die Gang des Campingplatzes. Die Räder unterm Hintern geben die hier Vollgas und sind nicht müde zu kriegen.
 

Dadurch, dass es nicht wirklich dunkel wird, vergisst man aber auch die Zeit und schwuppdiwupp hatten wir halb elf.
Morgen starten wir dann durch. Haben uns schon ein paar Ideen aus unserem Reiseführer geholt.
Gespräch zwischen den Jungs: "Wie heißt der?" "Rico" "Und ich bin Fredo, ok!?" "Ähm, der heißt wirklich Rico" "Ja und ich Fredo" :-) Der Phantasie bei der Namensgebung sind wirklich keine Grenzen gesetzt.
15Juli
2019

Es geht wieder los

"Rico, in diesem Jahr fahren wir "nur" nach Schweden, da müssen wir vorher nicht zum Impfen."
Gespräch mit Kinderarzt: "Ach, nach Schweden gehts? Dann sollten Sie sich gegen Zecken impfen lassen.
Schonmal drüber nachgedacht?" Verdammt! Wie bringe ich das Rico bei?
Alle, die nicht verstehen, wovon ich gerade spreche, können es im Blog "In 6 Wochen von Kapstadt nach Johannesburg" nachlesen.
Ja, schon oft drüber nachgedacht, deshalb auch direkt Termine vereinbart, vier Wochen Zeit, Rico auf das Ereignis vorzubereiten. Termin 1 ging fast ohne Geschrei und danach habe ich gelernt, dass es gar nicht die Spritze ist, sondern das kalte Desinfektionsspray... Ach so!
Termin 2: Rico sitzt auf meinem Schoß, hält sich die Nase zu, gibt während des ganzen Impfvorgangs keinen Mucks von sich und will danach direkt nochmal.
Wunderbar, wenn das so einfach ist, können wir ja die nächste Fernreise planen und überstehen die diversen Impfungen ohne Probleme.
 
Aber jetzt erstmal "Pipi Langstrumpf, wir kommen!"
15.07.2019 - Nach einem entspannten "Pack-Wochenende" ging es gestern Mittag los.Unser blauer Bus ist gut gefüllt, die kleine Küche im Heck eingeräumt,Zelt, Schlafsäcke, Isomatten... alles dabei!
Erste Etappe Bonn - Travemünde.
Wir waren schon um 17 Uhr vor Ort und haben die Zeit genutzt, uns die niedliche Altstadt von Travemünde anzuschauen, kurzes Austoben am Spielplatz, lecker Abendessen und pünktlich um 20 Uhr wurde am Skandinavienkai eingecheckt. Trotzdem hätten wir die Fähre dann fast doch noch verpasst, denn Sandro und ich haben es den anderen nachgemacht und sind noch schnell in den Shop gehuscht, um ein paar Getränke zu kaufen.
Hätten wir uns einfach nur ein bisschen früher überlegen sollen, denn als wir endlich wieder raus waren aus dem Laden, sahen wir schon von Weitem, dass alle Autos weg waren. Ui, ich wusste gar nicht, dass man mit zwei Paletten Getränkedosen auf dem Arm so schnell rennen kann.
Als wir um die Ecke kamen, standen Michi, Rico und unser blauer Bus noch ganz brav am selben Ort und haben auf uns gewartet und auf die Fähre durften wir auch noch. Glück gehabt!
Um 22 Uhr lief unsere Fähre aus dem Hafen aus. Zielhafen: Malmö.
 

Natürlich musste erstmal das Schiff erkundet werden. Ein Riesenkahn! Nach dem Ablegen, einem abendlichen Bierchen, zwei gefährlichen Stunts von Rico, die steile Eisentreppe runter, die ein Glück lediglich einen dicken, blauen Fleck davongetragen haben und einer Runde in der Kinderecke gings ins Bett. Wir haben geschlafen wie die Murmeltiere.